Adler Stadtwerke Kitzbühel

Das Fazit einer enttäuschenden Saison

Die Adler schließen ihre fünfte AHL-Saison auf dem 15. Platz ab. In unserem Fazit blickt die sportliche Leitung auf die 36 Runden zurück und gibt einen kleinen Ausblick auf die Spielzeit 2021/2022.

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Geht es gegen den überlegenen AHL-Tabellenführer, der noch dazu in der kommenden Saison in die ICE Hockey League zurückkehrt, hilft auch Leidenschaft und Kampfgeist nicht mehr. Die Adler verloren ihr letztes Match in dieser Spielzeit mit 0:6 gegen Laibach. 14 Feldspieler (und zwei Goalies) standen am Ende noch auf dem Eis, denn zu den bereits verletzten Mike Johansson, Elias Haas, Manuel Eder und Patrick Bolterle, „gesellte“ sich während der Begegnung noch unfreiwillig Florian Eder hinzu. Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung. Gleich vier Gegentreffer fielen zu psychologisch besonders frustrierenden Zeitpunkten: drei kurz nach Drittelbeginn, zwei wenige Sekunden vor Drittelende.

Aber auch dieses 0:6 gegen Laibach ändert nichts mehr an der Gesamtbilanz nach 36 gespielten Runden. Diese (hoffentlich) einzigartige Saison fand mitten in einer Pandemie und ab November ohne Fans statt: „Die Saison war für die ganze Liga und alle Vereine schwierig. Eigentlich grenzt es fast an ein Wunder, dass alle Spiele gespielt wurden und das in einer internationalen Liga“, sagt Michael Widmoser, sportlicher Leiter der Adler. Platz 15 ist für den EC Kitzbühel natürlich enttäuschend: „Wir können mit der Saison in sportlicher Hinsicht nicht zufrieden sein. Wir haben zwar relativ gut begonnen, aber nach dem 2:9 in Laibach am 17. Dezember und mehreren verletzten Spielern sind wir lange nicht mehr in die Gänge gekommen“, blickt Michael Widmoser zurück. Die Ursache sei aber nicht bei einzelnen Spielern zu suchen: „Es ist von der Mannschaft einfach zu wenig gekommen. Und während so einer Niederlagenserie wie zwischen 3. Dezember und 23. Jänner spielt auch der Kopf eine große Rolle.“

Die Planungen für die neue Saison haben bei den Adlern längst begonnen, allerdings werde man zu laufenden Vertragsverhandlungen keine Wasserstandsmeldungen bekannt geben. Vorerst möchte Michael Widmoser nur so viel sagen: „Wir werden natürlich jene Bereiche gezielt verstärken, in denen wir heuer Probleme gehabt haben. Ganz wichtig wird sein, dass wir Spieler bekommen, die jederzeit bereit sind, für den Verein alles zu geben. Und natürlich wollen wir versuchen, dass wir wieder junge, hungrige Spieler verpflichten können.“ An der Bande steht auch in Zukunft Charles Franzén, da Kontinuität nicht nur in erfolgreichen Zeiten ein entscheidender Faktor sein kann.

Auch Charles Franzén zeigt sich „sehr enttäuscht“ über das Abschneiden seiner Adler: „Sowohl die Mannschaft als auch ich haben natürlich höhere Ziele gehabt. Wir sind gut in die Saison gestartet, dann hat uns Corona erwischt und wir sind nicht mit demselben Tempo zurückgekommen. Dann hat sich Mikael Johansson verletzt und das haben wir vor allem im Powerplay gespürt.“ Einen Knackpunkt im Verlauf der Saison sieht der Schwede auch in der unglücklichen Heimpleite gegen Bregenzerwald Anfang Dezember (1:3) und in den zwei knappen Niederlagen gegen die VEU Ende Dezember (2:3 und 1:2). „Womöglich wäre unsere Saison besser verlaufen, hätten wir zumindest zwei dieser drei Matches gewonnen. Aber das soll natürlich weder eine Entschuldigung noch eine Ausrede sein.“ Eine Mannschaft verliere und gewinne stets gemeinsam und jeder habe sich kritisch mit seiner Leistung in dieser Saison auseinanderzusetzen – „das gilt für die Spieler ebenso wie die Trainer“, sagt der Schwede.

Charles Franzén hofft sehr, dass die Adler ab Herbst wieder von den Fans auf den Tribünen unterstützt werden können, denn es ist weder für Profis noch für Amateure sonderlich angenehm, in stillen Hallen oder Stadien zu spielen. Und Fans sorgen nun einmal regelmäßig für die Extraportion Motivation.

Ein riesiges Dankeschön gebührt an dieser Stelle jenen Fans, die den Adlern vor dem Live-Stream oder Runde für Runde zumindest geistig die Daumen gedrückt haben, und allen Sponsoren, ohne die gerade eine Saison wie diese völlig unmöglich gewesen wäre. Das letzte Wort hat Michael Widmoser: „Natürlich war diese Saison auch wirtschaftlich eine große Herausforderung und unser Dank gilt allen Sponsoren und Unterstützern, die uns trotzdem die Treue gehalten haben.“

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