Adler Stadtwerke Kitzbühel

Neuer Impuls an der Bande: Rob Daum kommt nach Kitzbühel

Die Adler Stadtwerke Kitzbühel bekommen ab sofort einen neuen Hauptübungsleiter. Der 67-jährige Kanadier Robert „Rob“ Daum übernimmt mit sofortiger Wirkung das Amt des Cheftrainers von Danny Naud. Er soll in den letzten entscheidenden Spielen der regulären Saison den notwendigen Umschwung einleiten, um die Master Round zu erreichen und anschließend eine erfolgreiche Playoff-Phase zu bestreiten.

Mit Daum kommt eine echte Trainerlegende des österreichischen Eishockeys nach Kitzbühel. Seine Vita liest sich beeindruckend. Nach einer Station als Co-Trainer der Edmonton Oilers in der NHL kam der aus Saskatchewan stammende Hockeytrainer im Jahr 2011 zum ersten Mal nach Österreich. Bis 2017 hatte er das Traineramt beim EHC Linz (Black Wings Linz) inne und feierte mit den Oberösterreichern einige Erfolge. Gleich in seiner ersten Saison wurde er mit den Linzern Meister. In der Best-of-Seven-Finalserie gegen den KAC setzte sich die Mannschaft nach einer Heimniederlage zu Beginn beeindruckend mit 4:1 durch. Auch in den folgenden Saisonen erreichte er mit seiner Mannschaft stets die Playoffs. Vier Mal in Serie war im Halbfinale Schluss, ehe er nach einer Viertelfinalniederlage in der Saison 2016/17 am Saisonende das Amt des Cheftrainers räumen musste.

Nach einem zweijährigen Engagement bei den Iserlohn Roosters in die DEL kehrte er 2019 nach Österreich zurück. Insgesamt zweimal trainierte er den Villacher SV und schaffte auch dort in drei Saisonen dreimal den Einzug in die Postseason. Nach zweijähriger Abstinenz kehrt er jetzt ins Traineramt zurück und übernimmt nah den Adlern aus Villach nun auch das Kommando bei den Kitzbüheler Adlern. „Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich über diese Möglichkeit freue. Coaching war mein ganzes Leben lang meine Leidenschaft und ist es immer noch. Meine langfristige Vision für die Mannschaft ist es, jeden einzelnen Spieler besser zu machen. Aus sportlicher Sicht wollen wir die Playoffs erreichen und dort erfolgreich sein“, erklärt Daum.

Sportdirektor Wilfrid Wetzl zeigt sich erfreut über den Neuzugang am Trainerposten und begründet den Wechsel mit der zuletzt abfallenden Formkurve. „Seit Mitte November hat sich bei uns in spielerischer und taktischer Hinsicht ein Abwärtstrend sowie ein zu wenig körperbetonter Spielstil eingeschlichen. Im Dezember haben wir dann aus neun Spielen nur zehn Punkte geholt und sind aus den Top fünf herausgefallen. Das war nicht nur den unglaublich vielen verletzten und kranken Spielern geschuldet, sondern hatte auch mit unserer Spielweise zu tun. Wir glauben, dass Rob Daum mit seiner großen Erfahrung der richtige Mann ist, um aus unserer jungen Mannschaft das Maximum herauszuholen und sie auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Wir haben eine Top-Mannschaft und heuer noch einiges vor“, erklärt Wetzl.

Bis zum ersten Spiel gegen den SG Cortina Hafro am Samstag, den 17. Januar hat die Mannschaft jetzt einige Tage Zeit, den neuen Trainer kennenzulernen und seine Philosophie zu verinnerlichen. Wir haben Rob Daum zu einem ausführlicheren Interview getroffen, das Sie hier lesen können.

Interview mit Rob Daum

Herzlich willkommen in Kitzbühel. Danke, dass sie sich für uns die Zeit nehmen.
Was hat Sie überzeugt und was war der entscheidende Faktor, der Sie dazu gebracht hat, zu dieser Aufgabe Ja zu sagen?

Rob Daum: Vielen Dank für den herzlichen Empfang.
Ich habe hier eine wettbewerbsfähige Mannschaft und eine Organisation kennengelernt, die alles daransetzt, das Team bestmöglich zu unterstützen und erfolgreich zu machen. Kitzbühel ist zudem ein großartiger Ort zum Leben, was meine Entscheidung zusätzlich bestärkt hat.

Sie steigen zu einem sehr herausfordernden Zeitpunkt der Saison ein. Wie groß ist ihre Vorfreude, wieder hinter der Bande zu stehen, und wie möchten sie sofort Einfluss auf die Mannschaft nehmen?

Rob Daum: Es ist nie einfach, ein Team mitten im Jahr zu übernehmen. Ich habe das in meiner Karriere bereits viermal erlebt und bringe daher entsprechende Erfahrung mit, die mir hilft. Zum Glück haben wir in den kommenden zwei Wochen viel Trainingszeit, um meinen Plan Schritt für Schritt umzusetzen. Wichtig ist dabei, geduldig zu bleiben und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Sie haben in der NHL gecoacht, viele Jahre in der ICE-Hockey League gearbeitet und mit Linz eine Meisterschaft gewonnen. Wie fühlt es sich an, wieder als Trainer tätig zu sein, und haben sie das Coaching in den vergangenen zwei Jahren vermisst?

Rob Daum: Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich über diese Möglichkeit freue. Coaching war mein ganzes Leben lang meine Leidenschaft und ist es immer noch. Ich hatte das große Glück, diese Leidenschaft nun schon seit 40 Jahren ausleben zu dürfen, und ich bin noch nicht tot (lacht).
In den letzten zwei Jahren habe ich es sehr vermisst. Es hat mir gefehlt, mit Spielern zu arbeiten, ihnen bei ihrer Entwicklung zu helfen, sowohl sportlich als auch persönlich. Vor allem habe ich vermisst zu sehen, wie einzelne Persönlichkeiten zusammenwachsen und als Team gemeinsam Erfolg haben wollen.

Was sind ihre wichtigsten Ziele für den restlichen Verlauf dieser Saison und wie passen sie zur langfristigen Vision für die Mannschaft?

Rob Daum: Meine langfristige Vision für die Mannschaft ist es, jeden einzelnen Spieler besser zu machen und eine klare Struktur zu schaffen, in der jeder seinen Beitrag zum Teamerfolg leistet. Natürlich wollen wir aus sportlicher Sicht die Playoffs erreichen und dort erfolgreich sein.

Was können die Fans in Kitzbühel von ihrem Stil als Trainer erwarten in Bezug auf Spielstil, Intensität und Mentalität?

Rob Daum: Ich bin ein offensiv orientierter Trainer, daher werden wir einen aggressiven Spielstil verfolgen und versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Wir wollen hart spielen und konkurrenzfähig auftreten. Gleichzeitig erwarte ich, dass meine Mannschaft intelligent spielt. Es wird ein klares System geben, aber auch die Flexibilität, Anpassungen vorzunehmen, wenn es notwendig ist.
Wir wollen als Team auftreten: uns gegenseitig unterstützen, nichts Egoistisches tun, das der Mannschaft schadet, und füreinander einstehen – mit einer echten „Wolfpack“-Mentalität. Unser Ziel ist es, uns nicht selbst zu schlagen. Wir stehen gemeinsam im Kampf. Nicht zuletzt, vielleicht sogar am wichtigsten, sollen die Spieler Spaß haben. Hockey ist ein Spiel und soll auch Freude machen.

Vor jedem Spiel werde ich der Mannschaft Folgendes mitgeben:
Spielt hart – das ist die Verantwortung jedes Einzelnen.
Spielt smart – das ist unsere gemeinsame Verantwortung. Ich bereite den Plan vor, die Spieler setzen ihn um.
Spielt als Team.
Und habt Spaß.

Rob Daum
(C) EC VSV