Spielgemeinschaft Kitzbühel/Kufstein am Weg zum Titel
Das Frauenteam der SPG Kitzbühel/Kufstein konnte in der laufenden DEBL 2 Saison schon mehrfach für Furore sorgen. Zwei Runden vor Schluss der regulären Saison liegen die Frauen aktuell auf dem ersten Tabellenplatz und haben sich somit souverän bereits für das Finalturnier in Kitzbühel im März qualifiziert. Das Team in der Tiroler Landesliga hat am Sonntag bereits den Titel erfolgreich verteidigt. Gratulation dazu.
Im Verlauf der gesamten Saison musste sich das Team in der DEBL 2, das Heimspiele sowohl in Kufstein als auch im Sportpark Kitzbühel absolviert, erst am vergangenen Samstag zum ersten Mal gegen die Sportunion DHC IceCats Linz AG 2 im Shootout geschlagen geben. Trotzdem gehen sie als Mitfavoritinnen in das finale Turnier, das am 14. und 15. März in Kitzbühel stattfinden wird. Bis dahin gibt es noch zwei wichtige Spiele gegen die zweitplatzierten VSV Lady Hawks 3 zu absolvieren sowie eine Partie gegen den SC Samina Hohenems 1974.
Wir hatten die Möglichkeit, Helena Hörl, Jana Reuter und Sophia Widmair und damit drei höchst erfolgreiche Akteurinnen zum Interview zu treffen. Die 19-jährige Widmair zählt mit zwölf Punkten in sieben Partien zu den Topscorern der Liga. Die 17-jährige Helena Hörl zeigte ebenso fantastische Leistungen und die erst 13-jährige Deutsche Jana Reuter zeigte mit fünf Toren und zwei Assists schon mehrfach ihr unglaubliches Talent.
Interview mit den Spielerinnen
Zunächst einmal danke, dass ihr euch Zeit für uns genommen habt. Wir werden die Fragen etwas aufteilen, zu Beginn würde wir aber gerne wissen, wie ihr zum Eishockey gekommen seid und was für euch das Besondere an dieser Sportart ist?
Helena Hörl: Ich bin durch eine Freundin meiner Mutter auf Eishockey aufmerksam geworden. Sie hat selbst in den USA gespielt. Daraufhin hat es bei mir mit einem Hockeycamp angefangen.
Der Sport ist für mich etwas ganz Besonderes, da wir hier ein echtes Teamgefüge leben. Ich finde es toll, dass man hier so viele Freunde und Bekanntschaften machen kann.
Jana Reuter: Auch ich bin durch eine Freundin meiner Mutter zu dem Sport gekommen. Nach einem Probetraining, das ich gemeinsam mit meinem Bruder absolviert habe, habe ich gemerkt, dass Eishockey sehr viel Spaß macht, und so hat meine Reise begonnen. Die Schnelligkeit und die Entscheidungen, die man in Sekundenbruchteilen treffen muss, machen Eishockey für mich so besonders.
Sophia Widmair: Ich bin durch meinen Bruder, der selbst Eishockey gespielt hat, auf den Sport aufmerksam geworden. Eishockey ist wie kein anderer Sport. Es ist so schnell, man muss blitzschnelle Entscheidungen treffen, und der Teamgeist, der das ganze Team zusammenhält, ist fantastisch. Das alles sind Gründe, die diesen Sport so einzigartig machen.
Viele Fans kennen die SPG Kitzbühel/Kufstein noch kaum: Wie würdest du euer Team jemandem beschreiben, der euch noch nie spielen gesehen hat?
Helena Hörl: Wir sind eine sehr junge Mannschaft, die einen super Zusammenhalt hat und stark zusammenspielt. Darüber hinaus sieht man, dass jede Spielerin große Freude am Spielen hat. Uns zeichnen vor allem der Zusammenhalt und starke technische Fähigkeiten aus.
Ihr seid aktuell an der Tabellenspitze der DEBL 2 – was läuft diese Saison besonders gut?
Helena Hörl: Wir schaffen es aktuell sehr gut, die Trainingsleistungen bzw. die Taktik, die in den Trainings ausgearbeitet wird, in den Spielen umzusetzen. Wir haben einen großen Kampfgeist im Team und der Hunger auf die Titelverteidigung ist auf alle Fälle da.
Wo hat sich das Team im Vergleich zur letzten Saison am meisten weiterentwickelt?
Helena Hörl: Wir haben in der Vergangenheit viel am Spielaufbau gearbeitet. Das ist ein Bereich, an dem wir hart arbeiten und der sich mit Sicherheit verbessert hat.
Wie geht ihr mental damit um, wenn man weiß: Jeder will den Tabellenführer schlagen?
Jana Reuter: Wir gehen als Tabellenführer nicht mit der Einstellung hinein, dass wir sowieso gewinnen werden. Wichtig ist für uns, dass wir uns mental vor Augen führen, warum wir Erster sind, und den Gegnerinnen zeigen wollen, dass wir aus gutem Grund vorne platziert sind.
Villach ist nur knapp hinter euch auf Platz zwei – wie fühlt sich die Ausgangslage vor den beiden Spielen und auch im Hinblick auf das Finalturnier an?
Jana Reuter: Wir versuchen in der Vorbereitung auf diese Spiele noch etwas mehr zu geben. Wir wollen hart daran arbeiten, dass wir auch sie schlagen können. Ich denke schon, dass man die Spannung in Richtung Finale bereits merkt. Jeder hält nochmal mehr ins Zeug im Training, aber es ist keineswegs negative Aufregung oder Angst, sondern Vorfreude darauf.
Du hattest die Möglichkeit, im Trainingscamp des U14-Nationalteams Deutschland dabei zu sein. Wie war diese Erfahrung für dich?
Jana Reuter: Es ist natürlich cool, auch mit Leuten in meinem Alter zusammenzuspielen. Es waren vier Tage, an denen man an nichts anderes denken musste als an Eishockey. Man muss nicht an die Schule denken und kann sich voll auf das Spielen und das Trainieren mit dem Team konzentrieren.
Das DEBL-2-Finalturnier findet heuer voraussichtlich bei euch in Kitzbühel statt – was bedeutet das für euch als Spielerinnen?
Sophia Widmair: Heimspiele sind immer schön, und ein solches Finalturnier zu Hause kann auch ein Vorteil sein. Es bringt zusätzliche Motivation, da wir auf viel Unterstützung unserer Fans bauen können. Ich freue mich schon sehr darauf. Wir wollen mit Spaß in die Spiele hineingehen und im besten Fall natürlich den Titel erneut gewinnen.
Fraueneishockey bekommt oft weniger Aufmerksamkeit, als es verdient – was würdest du dir von Fans und Öffentlichkeit wünschen?
Sophia Widmair: Ich wünsche mir, dass Fraueneishockey genauso respektiert wird, wie das bei den Männern der Fall ist. Wir leisten genauso viel wie die Männer und haben mit Training und Spielen genau den gleichen Aufwand. Zudem macht es genauso viel Spaß, ein Eishockeyspiel der Frauen anzusehen wie eines bei den Männern.
Was macht Fraueneishockey aus deiner Sicht besonders attraktiv zum Zuschauen?
Sophia Widmair: Vor allem auf taktischer Ebene ist es etwas anderes, da wir nicht mit so viel Körpereinsatz spielen dürfen. Das macht Fraueneishockey sehr spannend.
Was würdest du jungen Mädchen sagen, die überlegen, mit Eishockey anzufangen?
Sophia Widmair: Ich rate jeder, es einfach mal zu versuchen, denn ohne es ausprobiert zu haben, weiß man nicht, ob es einem gefällt. Eishockey ist wirklich für jeden geeignet. Wenn man es liebt, im Team gemeinsam zu spielen, ist dieser Sport eine ideale Option.
Gibt es eine Botschaft, die du euren Unterstützer:innen mitgeben möchtest?
Sophia Widmair: Ich würde mich freuen, wenn ihr zahlreich zu unseren Heimspielen kommt, und dann vor allem zum Finalturnier bei uns zu Hause.

